Postfach 2026
Nach der Neujahrswanderung gab es zum Abschluss ein gemütliches Beisammensein mit den Teilnehmern in der Heimatstube. Ich berichtete bereits darüber auf dieser Internetseite. Wir sprachen über die „Märkische Schweiz“. Nach Buckow, ihre „Perle“, führte uns in den letzten Jahren so mache heimatkundliche Radtour. Wo genau liegt eigentlich geografisch dieser Höhenzug auf dem Barnim? Nach einer historischen Karte (Abb. 1), die Manfred mitgebracht hatte und nun alle neugierig betrachteten, liegt die „Märkische Schweiz“ nördlich zwischen Wriezen und Bad Freienwalde. Dieser am Rande des Oderbruchs liegender Höhenzug des Barnims hat mit dem Gebiet, über das eben noch gesprochen wurde, gar nichts zu tun. Wer hätte das gedacht!
Gleich in der ersten Woche des neuen Jahres stieß ich ein zweites Mal auf dieses Phänomen. In einem MOZ-Beitrag (Abb. 2) wurde über den Heimatdichter und Banker Julius Dörr berichtet. In einem Gedicht hat er um 1900 Bad Freienwalde wie folgt beschrieben (erster und letzter Vers):
„Es liegt ein Städtchen in der Mark
an Wald und Wiesensaum;
du findest west- und östlich
so lieblich und so köstlich
ein ander Städtchen kaum.
Ihr andern rühmt Tirol und Rhein,
rühmt Nordlands Fjordenreiz;
Ich rühme alsobalde
Mein schönes Freienwalde,
die Perle märk´ scher Schweiz!“
Ist demnach nicht Buckow, sondern Bad Freienwalde die Perle der Märkischen Schweiz? Jetzt wurde ich erst richtig neugieriger und ging der Sache nach.
Im Bad Freienwalder Heimatkalender von 2026 wurde ich zufällig fündig. Auf Seite 36 fand ich einen Beitrag von Dr. Reinhard Schmook, Leiter des Oderlandmuseums Bad Freienwalde, unter der Überschrift:
Bad Freienwalde in der „Märkischen Schweiz“?
In diesem aktuellen Beitrag wird an mehreren Stellen nachgewiesen, das Bad Freienwalde in der Märkischen Schweiz liegt und früher einmal als „Perle der Märkischen Schweiz“ bezeichnet wurde. Zwei Textstellen aus dem Beitrag belegen das:
Seite 36: 2. Absatz:
In einem Freienwalder Fremdenführer aus dem Jahr 1909 heißt es gleich in der Einleitung: “ In der Mark Brandenburg, nordöstlich von Berlin, ist eine liebliche Berggegend gelegen, die unter der Benennung „Märkische Schweiz“ weit und breit bekannt und auf jeden Touristen einen besonderen Reiz auszuüben geeignet ist. In dieser landschaftlich schönen Gegend liegen nahe aneinander …. Falkenberg und Freienwalde a. O…….“. Im Abschnitt über die Lage der Stadt lesen wir: „Freienwalde, die Perle der Märkischen Schweiz, wie die Stadt nicht mit Unrecht genannt wird,…“
Auf Seite 38 und 39 wurden ein Badeprospekt von 1920 „Stahl und Moorbad Freienwalde (Oder) Märkische Schweiz (Abb. 3) oder Werbung für das Stahl- und Moorbad mit dem Aufdruck „Märkische Schweiz“ abgebildet. (Abb. 4)
Dr. Schmook schreibt aber auch (Seite 38):
Die Stadt Bad Freienwalde hat allerdings nach 1990 den Beinahmen „Märkische Schweiz“ kampflos allein Buckow überlassen.
Weitere Hinweise fand ich auch im Heimatkalender vom 1912 "Oberbarnim". In einem Beitrag wird Bad Freienwalde als Glanzpunkt der Märkischen Schweiz bezeichnet. (Abb. 5)
In einer weiteren Quelle, Wikipedia, ist zu lesen, dass es sich, wenn es um Buckow und die Märkische Schweiz geht, hauptsächlich um den südlichen 205 km² großen Naturpark geht, aber nicht um die zentralen und nördlichen Bereiche um Bad Freienwalde
Nach diesen Nachforschungen ist doch eigentlich Rehfelde nicht das Tor zur „Märkischen Schweiz“, sondern eher das „Tor zum Naturpark Märkische Schweiz“.
Heimatfreund Helmut Georgi
Petershagen-Eggersdorf am 13.01.2026




