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Tour der Freizeitradler zum Wachtelturm

06.​10.​2026

(HeG) Am vergangenem Freitag, starten 14 Freizeitradler in das NSG Lange-Dammwiesen und Unteres Annatal. Sie waren auf den Spuren der Eiszeit und erkundeten geologische Besonderheiten aus dieser erdgeschichtlichen Epoche. Im Anschluss besichtigte die Radgruppe den Wachtelturm in Hennickendorf. Zum Abschluss gab es eine zünftige Kaffeerunde im Café Reh in Rehfelde.  

 

Bild zur Meldung: Am Wachtelturm

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Tour der Freizeitradler zum Wachtelturm (06.​10.​2026)

In der vergangenen Woche konnten die Rehfelder Freizeitradler ihre im Juni, wegen der Hitzewelle, abgesagten heimatkundlichen Radtour nachholen. Für die gesamte Woche war schönes Radwetter angesagt, so das wettertechnisch alles passen sollte. 

Ich hatte diesmal als Treffpunkt den Liederstein am Bahnhof Herrensee ausgewählt, weil ich von dort gleich in das Naturschutzgebiet Lange-Dammwiesen und Unteres Annata fahren wollte. Entgegen meinen Erwartungen hatten sich überpünktlich 14 Teilnehmer*innen am Treffpunkt eingefunden. Nach kurzer Begrüßung ging die Tour auch gleich los, denn gegen 14.00 Uhr hatte ich mich bereits mit dem Vorsitzenden des Heimatvereins Hennickendorf, Georg Jagiela auf dem Wachtelberg zur Turmbesteigung verabredet. Also war der Zeitplan, so wie immer, etwas eng. Trotzdem nahmen wir uns die Zeit und sangen zum Auftakt und in Würdigung des Rehfelder Liederweges das an der Stelle vorgesehene Lied „Der Kuckuck und der Esel“ Ohne diesen schönen Chor wäre ich nicht losgefahren! Diesmal hatte auch mein QR-Scanner glich funktioniert, so dass wir mit der aus dem Smartphone erklingenden Gitarre gut mitsingen konnten. 

Noch eine Bemerkung:

Vor der Tour hatte ich mir überlegt, was sollst du als Petershagener-Eggersdorfer denn den Rehfeldern über das NSG Lange Dammwiesen erzählen? Das würde ja bedeuten Eulen nach Athen zu tragen. Also musste ich mir etwas einfallen lassen und kam auch bald auf die geologische, glaziale Besonderheit, die sich in diesem Gebiet befindet. Im Internet hatte ich vorlängerer Zeit eine Geologische Übersichtskarte des Gebietes „Lange-Dammwiesen und Unters Annatal“, von Schlüter 1955, entdeckt in der das eingetragen ist, um das es heute hauptsächlich gehen sollte. Jedenfalls kaufen angeblich geologisch Interessente teure Fahrkarten, um das was hier gleich vor der Haustür liegt, zu sehen. Hinzu kommt noch, dass vor 10 Jahren unser Heimatfreund und Leiter der Heimatstube, Martin Tesky, in seiner Schriftenreihe Rehfelder Heimathefte Nr. 1/2016 unter der Überschrift „Vergessen, versteckt und wieder entdeckt - an der historischen Rehfelder Ostbahnstrecke“ über dieses Gebiet ausführlich berichtet hat. Ich konnte mich deshalb unterwegs kurzfassen und mich immer wieder auf diesen Beitrag verweisen.  

Doch zuvor noch zu einer Aktion, die es bisher auf Radtouren die ich selber durchgeführte oder durch andere Tourleiter erlebte hatte, noch nicht gegeben hat. Im NSG gibt es selbstverständlich keine ausgebauten Radwege. Es sind diverse Wanderwege, die dieses Gebiet erschließen. Mit dem Rad eigentlich ungeeignet. Bei meinen vorherigen Erkundungen hatte ich einen schmalen Streckenabschnitt, ca. 200 Meter, entlang den Gleisen der Bahnstrecke und dem steilen Abhang in die Tiefe der ehemaligen Kiesgrube, als Gefahrenstell eingeordnet. Vor allem im Begegnungsfall, könnte es dort schwierig werden. Privat kein Problem, aber als größere Radgruppe einer öffentlichen Veranstaltung? Zweifel hatte ich bis zum Start der Tour, ob ich die Gruppe dort tatsächlich durchfahren lasse. 

Ich habe es so gemacht, mit großem Abstand und jeder Tourteilnehmer*in, unter meiner persönlichen Aufsicht, einzeln! Es ging alles gut! 

In der Mitte des NSG gelangten wir auch bald an einen Rastplatz, von dem aus wir auf einem Stichweg tiefer in das NSG gelangen konnten. Hier begrüßen uns Wildpferde der Rasse Konik. Sie sind hier zur Landschaftspflege eingesetzt. Die Räder wurden abgestellt und ich begann mit meinem Vortrag über die Eiszeit, um nun endlich zu der versprochenen Besonderheit zu kommen. Versetz euch mal gedanklich um 15000 Jahre zurück, so begann ich. Der Wachtelberg ist eine Insel, den Kleinen Stienitzsee gibt es noch nicht. Vor uns der 3 bis 4 km Hohe abtauende Gletscher mit seinen tobenden Schmelzwasserströmen. Teilweise dringt das Schmelzwasser aus höhlenartigen langen Eistunneln und spült Geröll, Sand und Gestein heraus. Aus diesen Schmelzwassersedimenten entstehen Wallberge, oft bahndammartig. Es sind Elemente der Grundmoränenlandschaft, bezeichnet als Os. Sie sind teilweise 40 bis 50 Meter hoch 100 bis 150 Meter breit. In Schweden und Kanada erreichen sie eine Länge von 200 bis 800 km. Auf der bereits erwähnten geologischen Karte von Schlüter sind insgesamt 8 solcher Os im NSG kartiert. Hinter der Bahnlinie, in der Mittelheide, sind zwei weitere bahndammartig Os eingezeichnet. Wir gingen nach meinen Erklärungen in das NSG und konnten nach wenigen Metern das Ergebnis der Eiszeit sehen. Der Hügel des Os Nr.1. lt. Karte (siehe Foto 18), auf dem geraden Schafe und Ziegen friedlich weideten. Von hier aus hatten wir auch einen sehr schönen Blick in das Naturschutzgebiet. Ich denke meine Radfreunde waren genau so begeistert, so wie ich es war, als ich zum ersten Mal im Frühjahr hier war. Es fehlte nur der Ruf des Kuckucks, der mich damals so erfreute. Aber wir hatten ja zuvor vom Kuckuck gesungen!

Nun war es aber an der Zeit uns wieder auf Tour zu begeben. Schon nach kurzer Zeit erreichten wir in Hennickendorf den Wachtelturm. Der Vorsitzende des Heimatvereins, Georg Jagiela, hatte die Tür zum Eingang schon aufgeschlossen. Mit herzerfrischenden Worten erzählte uns Georg, über die Geschichte des Wachtelturmes und wir er mit einer kleinen Gruppe von Idealisten den Turm zu DDR-Zeiten vor dem Absturz bewahrt hat. Heute betreuen die Heimatfreunde aus Hennickendorf das schmucke Bauwerk und Wahrzeichen der Gemeinde. Nach der Turmbesteigung verabschiedeten wir uns mit großem Dank und Anerkennung vom Vereinsvorsitzendem. Jetzt nahmen wir den kürzesten Weg zurück nach Rehfelde, denn im Café Reh warteten schon Kaffee und selbstgebackener Kuchen auf uns. Vielen Dank, dass wir zum zweiten Mal, im Rahmen von Radtouren der Freizeitradler, Gast in dieser gemütlichen Umgebung sein durften. Wir kommen bestimmt wieder!  Vielen Dank an Rosi und Ute und natürlich Angelka, die das für uns organisiert hatte. 

 

Urheberrecht:
Fotos: Angelika Wolter Text: Helmut Georgi