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Jeden 2. Dienstag im Monat von 14.00 bis 16.00 Uhr. Sowie nach Vereinbarung.

 

Zu besonderen Anlässen/Veranstaltungen (lt. Werbung bzw. rechtzeitiger Information) und über tel. Rücksprache.

 

Der Eintritt ist kostenfrei (Eine kleine Spende ist gern gesehen).

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Heimatheft 1/2019

 

Das nun bereits siebente Exemplar der Publikation, herausragend in seiner Art und Aufmachung und einzigartig in der Region, befasst sich diesmal im Hauptteil mit dem Schriftsteller und Dichter Theodor Fontane, dessen Geburtstag sich am 30. Dezember 2019 zum 200. Mal jährt. Unter der Überschrift „Theodor Fontane ist er heute noch lesenswert?“ lässt der Heimatfreund Dr. Kurt Gamerschalg das Leben und Wirken Fontanes nochmals Revue passieren.

Bekannte und neu Autoren haben wieder interessante und unterhaltsame Begebenheiten aus der Region entdeckt und für alle Rehfelder und Freunde der Heimatgeschichte aus Nah und Fern aufgeschrieben. Neu sind auflockernde und humoristische Beiträge wie ein Bild zur Ankündigung des Frühjahrsputzes in Rehfelde des bekannten Zeicher Erich Schmidt, der ehemals für die BZ gearbeitet hat.

 

Titelblatt Heft 1-2019

 

Aus dem Inhalt:

 

·         Theodor Fontane. Ist er heute noch lesenswert?

·        Julklapp und „Grete Minde“ – Zeitzeugen erinnern sich

·        Ausgestellt in der Rehfelder Heimatstube – der „Apothekerschrank“

·        Meine Zeit in Rehfelde (1923 – 1939) – Wie war das damals?

·        Damals war’s: Erinnerungen an die NS-Zeit in Zinndorf

·        Im Archiv der Rehfelder Heimatstube entdeckt: Gaststätte Radaiczak

·        Rehfelde vor 20 Jahren: 1999

·        Rehfelder Chroniken im Internet – eine Rezension

·        Nachrichten & Informationen

·        „Fontanes Orte“ in unserer Region

 

Leseprobe:

 

Theodor Fontane

Ist er heute noch lesenswert ?

Dr. Kurt Gamerschlag 

 

Wer kennt heute noch Theodor Fontane (1819 bis 1898), – und wer liest ihn heute noch? Und was sollte man kennen aus seinen Tausende von Seiten umfassenden Schriften als Journalist, Reiseschriftsteller, Kriegsberichterstatter, Balladendichter, Theaterkritiker, Autobiograph, Amateur-historiker und Romanschriftsteller – ganz zu schweigen von seinen über 10.000 noch erhaltenen Briefen ?

Bekannt und dann berühmt wurde der Neuruppiner Apothekersohn (er war selbst bis 1849 ebenfalls im „Brotberuf“ Apotheker)  erst recht spät in seinem langen Leben, und zwar in zwei Phasen:

Die erste Phase zu größerer Bekanntheit als Schriftsteller zumindest in Berlin und Umgebung erreichte Fontane  mit den ersten Bänden seiner bis heute immer wieder neu gedruckten Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Die begann er mit dem ersten Teil über das Ruppiner Land 1862, also mit 43 Jahren. Erst 1889, also 27 Jahre später, schloss er sie mit einem Band über Fünf Schlösser ab. In den Jahrzehnten davor war er zu seiner großen Enttäuschung außerhalb eines kleinen Kreises von Kennern ziemlich unbekannt geblieben als Verfasser von Balladendichtungen und zahlreichen journalistischen Arbeiten.

Die Wanderungen sind, wenigstens was die Kenntnis des Titels betrifft, bis heute das populärste seiner Werke geblieben – zumindest in Deutschland. Dass man in Brandenburg heutzutage immer wieder auf Fontane stößt, hat vor allem mit diesen Wanderungen zu tun, die im übrigen nur zum kleinen Teil Fußwanderungen waren, sondern meist mit der Kutsche und, wo es ging, sogar mit der Eisenbahn absolviert wurden. Vor allem seit der Wende ist Brandenburg als Reiseland wiederentdeckt und kontinuierlich gefördert worden. Und da lag es nahe, den Mann, der gefühlt überall in Brandenburg gewesen war und zu jedem Ort etwas unterhaltsam und gleichzeitig historisch fundiert zu erzählen hatte, zur Leitfigur zu machen, und die neue Reiselust sozusagen auf seine Spuren zu setzen.

Dabei war Fontane gar kein studierter Historiker (er erhielt allerdings 1895 einen Ehrendoktor als Historiker von der Berliner Universität), sondern einfach ein ebenso genialer wie gescheiter Erzähler mit einem sensiblen Gespür und noch größerer Neugier für historische Details, die einem Leser oder Zuhörer dieses vermeintlich uninteressante Land Brandenburg als hochinteressantes und spannendes Expeditionsziel vorführen.

Er erreicht dies nicht zuletzt dadurch, dass er in seinen Beschreibungen nicht immer selbst spricht, sondern etwa seinen Kutscher lokale Geschichten und Anekdoten in seiner besonderen Ausdrucksweise erzählen lässt; oder den Wirt eines Gasthofs, in dem er übernachtet; einen Küster oder einen Bauern, einen Gutsherrn oder Verwalter usw.,