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Neuzugänge

November 2021

 

Gerd Dietrich, Kulturgeschichte der DDR, Bonn, 2019, 3 Bände, 2.438 S.

 

Der bis 2010 an der Humboldt Universität zu Berlin lehrende Autor, geb. 1945 in Rudolstadt, wissenschaftlich ausgebildet und tätig erst am Institut für Marxismus-Leninismus, dann bis 1989 an der Akademie der Wissenschaften der DDR, hat ein Werk vorgelegt, das wohl mit Recht als „wissenschaftliches, kulturelles und geschichtspolitisches Ereignis“ bezeichnet worden ist. Auf mehr als 2.400 Seiten breitet Dietrich mit unglaublicher Detailfreude sein Wissen und seine Reflexionen über die DDR-Kultur aus. Pro Band behandelt er eine deutlich abgrenzbare Phase dieser Kulturvielfalt: in Band I die Kultur einer Übergangsgesellschaft von 1945-1957; in Band II die Bildungsgesellschaft von 1958 -1976, gefolgt in Band III von der Konsumgesellschaft 1977-1990.

Dabei geht er von einem sehr breiten Kulturbegriff aus, der Hochkultur und Alltagskultur gleichermaßen umfasst, – das Freizeitverhalten (auch unter dem Dach des Kulturbunds) und betriebliche Arbeiterkultur ebenso wie bildungs- und kulturpolitische Entwicklungen wie den Bitterfelder Weg; das 11. Plenum des ZK 1965 ebenso wie Pop-Kultur oder Film und Fernsehen, Breitenkultur und künstlerisches Volksschaffen. Gerade der Drang nach Entspannung und alltagskulturelle Vergnügungen nicht zuletzt in den neuen Medien stellen dabei für Dietrich einen wichtigen Entwicklungsfaktor dar. Im Endeffekt seien es neben den ökonomischen Faktoren vor allem die kulturellen Entwicklungen im weitesten Sinne gewesen, die zum Umbruch von 1989 geführt haben.

Am „Dietrich“, so fasst es einer seiner Rezensenten zusammen, wird keiner mehr vorbeikommen, „der sich künftig mit deutscher Kultur nach 45 und mit der DDR befasst.“ Er kann als gedankenvolles Nachschlagewerk über Kleingartenkultur in der DDR, über das Lutherjahr 1983 oder Karneval in der DDR genauso dienen wie über die SED Kunstpolitik  oder die „Gerüchte-, Mecker- und Witzkultur der späten 80er Jahre. Beeindruckend.

 

Geschichte der DDR

 

Juni 2021

 

Gustav Trampe (Hrsg.), Die Stunde Null. Erinnerungen an Kriegsende und Neuanfang von1995

 

Ein von Markus Wolf am 8.Mai 1995 signierter Sammelband von 32 Erinnerungen in den Kapiteln: "Der militärische Zusammenbruch", "Fahnenflucht in letzter Minute", "Befreiung aus dem Konzentrationslager", "Kriegsende und Kriegsgefangenschaft", "Nach den Bombennächten-Zerstörung und Neubeginn", "Der lange Weg nach Westen", "Im Dienste von Russen und Amerikanern". Unter den prominenten Autorinnen und Autoren wechseln sich ost- und westdeutsch geprägte Persönlichkeiten ab, von Erich Mende und Lothar Löwe über Erwin Geschonneck, Wofgang Mattheuer, Klaus Schütz, Marion Gräfin Dönhoff, Manfred von Ardenne, Carola Stern, Wolfgang Leonhard und Stefan Heym bis zu Markus Wolf selbst.

 

Die Stunde Null

Das Standardwerk von Ingo Materna & Wolfgang Ribbe (Hrsg.), Brandenburgische Geschichte von 1995.

 

Angefangen mit einer Darstellung zur Ur- und Frühgeschichte Brandenburgs bis hin zu einer sehr nützlichen Zusammenstellung der neueren wissenschaftlichen Literatur zum Thema Brandenburg haben 15 Koryphäen der brandenburgischen Geschichtsforschung ihre Forschungsergebnisse in auch für den Laien verständlicher Sprache ausgebreitet. Von Helmut Assing etwa erfährt man den neuesten Stand zur Landesherrschaft der Askanier, Wittelsbacher und Luxemburger vom 12. bis zum 15. Jahrhundert; Heidelore Böcker beschäftigt sich mit dem Ausbau der Mark durch die hohenzollerschen Kurfürsten im 15. Jahrhundert; Wolfgang Neugebauer behandelt Brandenburg im absolutistischen Staat des 17. und 18. Jahrhunderts. Danach folgen Darstellungen Brandenburgs als preußische Provinz bis 1871, als Provinz im Kaiserreich bis 1918 und in der Weimarer Zeit bis 1933, in der NS-Zeit bis 1945, in SBZ/DDR bis 1952 und als Bezirkstrias von Potsdam, Frankfurt und Cottbus bis 1990 zur Wiederherstellung bzw. Neubildung als Bundesland.

Der Band ist mit recht gelobt worden als wissenschaftliches Standardwerk zur Einführung in die vielfältigen Themen der brandenburgischen Geschichte.

Brandenburgische Geschichte

Erika und Gerhard Schwarz über die Tagesetappe "Rehfelde, Werder, Zinndorf" der Roten Armee: Auf dem Weg nach Berlin -gerade erst 2021

   erschienen.

 

Basierend auf den erst in jüngster Zeit zugänglich gemachten Archiven der Russischen Föderation, insbesondere den Kriegstagebüchern der Roten Armee, zeichnen E. und G Schwarz die miltärische Tagesetappe Rehfelde-Werder-Zinndorf am 21. April 1945 im Detail nach.

Die ersten Kapitel bilden eine Hintergrundschilderung der ideologischen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und militärischen Ausgangssituation bis 1945; dem folgen "Vier Tage zwischen Seelow und Berlin" bis zum Abend des 21. April. Im 3. Kapitel über die Folgen des Krieges berichten sie von "Flucht und Heimkehr"; vom Neuaufbau der Infrastrukturen in "Die Russen sind da"; sowie in einem weiteren Abschnitt über die "Rechnungsbegleichung" durch Reparationen und Wiedergutmachung. Das 4. Kapitel beschreibt die sofort beginnenden Versuche zur Wiederherstellung der Ordnung durch die Sowjetische Militäradministration SMAD, -- nicht zuletzt auch gegen Übergriffe von Soldaten der Roten Armee; dann über die  "Bodenreform" und die Entnazifizierung durch das NKWD sowie die Schulreform. Den Schluss bildet ein Kapitel mit Daten zu den Kriegstoten der Dörfer, der einheimischen wie der sowjetischen und westalliierten, und, soweit sie sich eruieren ließen, der Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen.

Auf dem Weg nach Berlin

Erika und Gerhard Schwarz, Rehfelde. Die Geschichte seiner Straßen von 2015

 

Das Buch ist eine nützliche Ergänzung ihrer Dorfgeschichte (bis 1990) "Rehfelde. Ein Dorf auf dem Barnim" von 2013. Es gibt Aufschluss über die gegenwärtig gültigen Straßennamen und deren Vorgängern, Datumsangaben zur deren Entstehen inkl. Fotos und Karten. Eine Chronik Rehfeldes bis 1990 beschließt den Band nebst einer Übersicht über die Rehfelder Wappen.

Rehfelde